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Oliver Esser kocht mit Grundschülern in Schepsdorf

Read time: 2 Min
Germany, 20th March 2014

Suppe aus Myanmar alma Lingen. Meist nur einmal im Jahr kommt der deutsche Koch Oliver Esser in sein Heimatland zurück.

Dieses Mal teilt er die Zeit mit knapp 30 kleinen Köpfen, die unter weißen Kochmützen stecken. Zusammen wirbeln sie in der Küche der Grundschule Schepsdorf in Lingen herum und versuchen, eine Mohenga, eine Frühstückssuppe aus Myanmar, zuzubereiten.

In Myanmar, das auch als Birma bekannt ist, besitzt Esser ein Hotel. Dort sowie in weiten Teilen des Landes ist die traditionelle Suppe fester Bestandteil des Frühstücks. Für die Grundschüler nimmt Esser leichte Veränderungen am Rezept vor, damit es auch den Kleineren schmeckt: Fisch wird durch Hühnchen ersetzt und Eiweißnudeln durch Spaghetti.

Mit Feuereifer sind die Schüler dabei, und am Herd wird darum gekämpft, wer die Suppe am längsten umrühren darf. Günther Sondermann, der Esser beim Kochen mit den Schülern unterstützt, ist begeistert vom Einsatz der Schüler.

„Die Kinder im Emsland wissen einfach, wie man Eier kocht und Gemüse schneidet“, sagt Sondermann mit einem Lachen. Ganz nach myanmarischem Rezept können die Schüler ihre Mohenga mit Koriander und Chili würzen. Nach dem Schnippeln und während das Hühnchen im Kochtopf langsam gar wird, gibt Elke Feldmann, Essers Ehefrau, den Schülern einen Einblick in das Leben in Myanmar.

Mit Bildern, die sie und ihr Mann dort aufgenommen haben, erklärt sie den Schülern, wie unterschiedlich Südostasien im Vergleich zu Deutschland ist. Hier kommt auch der eigentliche Grund für den Besuch im Emsland heraus: Esser, seine Frau und viele weitere Helfer, darunter Oliver Essers Bruder René Esser aus Lohne, sammelten mehr als 1000 alte Brillen, um diese in Myanmar an die Einwohner zu verteilen.

Neben der Leitung ihres Hotels „Laguna Lodge“ hilft das Ehepaar viel beim Aufbau des Landes, das durch Armut geprägt ist. Esser, der zudem Mitbegründer und Präsident der Köche-Vereinigung „Myanmar Chef Association“ ist, liebt trotz dieser Schwierigkeiten seine zweite Heimat in Südostasien: „Die innere Ruhe gefällt mir am meisten. Wenn in Myanmar ein Problem auftaucht, dann wird gewartet, bis es vorüberzieht.“

Mit dieser Gelassenheit geht Esser auch das Kochen mit den Zweit- und Drittklässlern an. Egal, ob die Hälfte der hart gekochten Eier schon beim Schälen vernascht wird oder ob die Suppe beim Balancieren auf den Boden tropft, Esser lobt die kleinen Köche für ihren Einsatz: „Ein Sternekoch bekommt dafür 5000 Euro im Monat, und ihr habt die Mohenga in weniger als einer Stunde zubereitet!“ Am Ende probieren alle ihr selbst gekochtes Gericht: Den meisten schmeckt es, nur für manche ist die deftige Suppe zum Frühstück doch ein bisschen ungewohnt.

Starkes Team in der Küche: Benjamin Bojer, 8, und Koch Oliver Esser. Foto: Antonia Mayer

Quelle

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